10.09.2009 Neue Ausfuhrgesetze Chinas- Ursache für "schlechte" Pillen?
In Drogen ist derzeit alles zu finden, nur nicht das, was man erwartet.
Aufgrund neuer sich im Umlauf befindender psychoaktiver Substanzen sah sich die Stadt Wien gezwungen die EU zu informieren. Der Wirkstoff Methylon taucht ebenfalls wieder auf.
Von Durchfall-Medikamenten, reinem Koffein über Mehl bis hin zu unbekannten Substanzen ist zurzeit alles in Drogen zu finden, nur nicht das, was erwartet wird. Roland Reithofer vom Verein "ChEck iT!" der Wiener Sozialprojekte alarmiert: „Das hat es in den vergangenen zehn Jahren noch nie gegeben. Von 48 getesteten Proben enthielt nur eine die erwartete Substanz. Und zwar Amphetamin in Speed.“
Bedenklich stimmt ein "ChEck iT!" – Prüfbericht von einem Österreichischen Techno-Event. Die Konsumenten gaben vor Ort 48 Proben ab, von denen 3 zur Nachanalyse ins Allgemeine Krankenhaus geschickt werden mussten. Da 16 von 17 Ecstasy - Pillen mCPP enthielten, also ein Piperanzin, das schwere Krampfanfälle hervorrufen und einen mehrtägigen „Kater“ verursachen kann, musste man besonders vor deren Einnahme abraten. Auch Metoclopramid, ein Wirkstoff der in Medikamenten gegen Magenschmerzen enthalten ist, wurde entdeckt. „Das soll über die schmerzhaften Nebenwirkungen dieser Drogen hinweghelfen“, sagt Reithofer. Einen Report an das europäische Frühwarnsystem für neue psychoaktive Substanzen war diesbezüglich notwendig. Methylon, dessen Konsum schnell den Tod zur Folge haben kann, ist ebenso wieder im Umlauf. Auch die Szeneorganisation Eve&Rave aus der Schweiz meldete, dass rund 80 Prozent aller Ecstasy-Pillen die in den letzten 12 Monaten in Zürich angeboten wurden, gar keinen MDMA-Wirkstoff mehr enthalten. Stattdessen werden Ersatzstoffe wie das Halluzinogen 2C-B gefunden, welches Panikzustände auslöst und schnell zu einer Überdosis führen kann.
Es wird vermutet, dass aufgrund der neuen Ausfuhrgesetze Chinas, die Grundstoffe zur MDMA-Herstellung nicht mehr verfügbar sind.
Quelle: oe24.at , 20min.ch
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