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17.08.2009 Erste Erkenntnisse über Entzugserscheinungen und Abhängigkeitssyndrom nach „Spice“ - Konsum

Das körperliche Entzugssyndrom ist weitgehend mit dem der Cannabis-Abhängigkeit vergleichbar.

Nach dem Verbot der Pflanzenmischung „Spice“ im Januar 2009 sind erste Erkenntnisse über Entzugszeichen und das Abhängigkeitssyndrom veröffentlicht worden.  

Die Kräutermischungen die Cannabis-ähnliche Effekte bewirken sollten, ohne Cannabinoide zu enthalten, wurden in Deutschland verboten, nachdem man eine undeklarierte Beimengung synthetischer Cannabinoide entdeckte. Diese Erzeugnisse wurden dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt. Die Verfasser beschreiben körperliche Entzugszeichen und ein Abhängigkeitssyndrom nach dem Konsum von „Spice“.

Im Fall eines 20-jährigen Patienten der seit 8 Monaten täglich „Spice Gold“ rauchte, wurde ab dem vierten bis zum siebten stationären Behandlungstag innere Unruhe, starkes Drogenverlangen, nächtliche Alpträume, übermäßig starkes Schwitzen, Übelkeit, Zittern und Kopfschmerzen festgestellt. Der Blutdruck und die Herzfrequenz waren zwei Tage lang erhöht. Von ähnlichen Symptomen berichtete der Patient während einer Abstinenzphase aufgrund eines Versorgungsengpasses. Nach dem erneuten Konsum von „Spice“ sind diese schlagartig verklungen.

Die Experten deuten die beschriebene Symptomatik als Abhängigkeitssyndrom entsprechend den Kriterien des ICD-10 und DSM-IV. Das körperliche Entzugssyndrom ist weitgehend mit denen der Cannabis-Abhängigkeit vergleichbar. Die Beimischung synthetischer Cannabinomimetika wie JWH-018 und CP 47.497 zu „Spice Gold“ sind, laut Aussage der Autoren, vermutlich die Ursache. Hinzu kommen die außerordentlich hohen täglichen Konsummengen des Patienten, der bis zu 3 Gramm täglich verbrauchte.

Die Beobachtungen bestätigen die Notwendigkeit der im Januar 2009 vorgenommenen Einstufung der genannten synthetischen Cannabinoide als Betäubungsmittel.

Quelle: aerzteblatt


mr


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